Die Stadt Lüneburg reagiert auf zunehmende soziale Herausforderungen im Zentrum der Stadt. Mit einer Kombination aus verstärkter Straßensozialarbeit, neuen städtischen Stellen und dem Einsatz des Kommunalen Ordnungsdienstes soll das Sicherheitsgefühl in der Altstadt erhöht und die Unterstützung für bedürftige Gruppen verbessert werden.
Inhaltsverzeichnis:
- Diakonie erhält Zusage für 2025
- Kommunaler Ordnungsdienst nimmt Arbeit auf
- Neue städtische Sozialarbeiter sollen folgen
- Weitere soziale Baustellen in Lüneburg
Diakonie erhält Zusage für 2025
Die Finanzierung der Straßensozialarbeit durch die Diakonie wurde vom Sozialausschuss in Höhe von 126.000 Euro genehmigt. Damit werden 60 Wochenstunden für aufsuchende Sozialarbeit ermöglicht. Aktuell sind drei Mitarbeitende im Einsatz.
Ziel dieser Maßnahme ist es, das Sicherheitsgefühl von Anwohnern und Passanten zu stärken. Hintergrund sind wiederholte Beschwerden über aggressives Verhalten, Drogenkonsum und Belästigungen im Innenstadtbereich.
Die Hilfe richtet sich besonders an psychisch kranke Menschen, Drogensüchtige und Wohnungslose, die sich oft am zentralen Platz Am Sande aufhalten. Der Druck auf Politik und Verwaltung stieg, da Gewerbetreibende und Anlieger über wachsende soziale Unruhe klagten.
Kommunaler Ordnungsdienst nimmt Arbeit auf
Parallel zur erweiterten Sozialarbeit wurde der Kommunale Ordnungsdienst eingeführt. Die uniformierten Mitarbeitenden dürfen Ordnungswidrigkeiten ahnden und treten optisch ähnlich wie die Polizei auf.
Sie greifen ein bei Pöbeleien, Schlägereien oder massivem Alkoholkonsum. Ihre Aufgabe ist es, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten – im Unterschied zur Streetwork der Diakonie, die auf Beziehungsarbeit und Vertrauen setzt.
Beide Ansätze sollen sich ergänzen, doch eine enge Zusammenarbeit ist organisatorisch noch eine Herausforderung.
Neue städtische Sozialarbeiter sollen folgen
Die Stadt plant die Einrichtung von zwei zusätzlichen Sozialarbeiterstellen. Diese Mitarbeitenden sollen direkt bei der Stadt angestellt werden. Laut Thorben Peters, dem Leiter der Herberge Plus, ist dies ein „Schritt in die richtige Richtung“.
Durch die personelle Verstärkung könnten Zuständigkeiten besser verteilt werden – auch räumlich. Noch ist unklar, ob die neuen Kräfte den diakonischen Weg fortführen oder stärker das Stadtbild im Blick haben.
Der Erfolg wird davon abhängen, wie eng alle Akteure zusammenarbeiten und welche Schwerpunkte gesetzt werden.
Weitere soziale Baustellen in Lüneburg
Neben der Arbeit mit drogenabhängigen Menschen sieht Peters weiteren Handlungsbedarf. Das Thema Prostitution sei bislang vernachlässigt worden. Zudem fehle es an Konsumräumen für Drogenabhängige.
Ein weiterer möglicher Fokus könnte die Präventionsarbeit an Schulen sein. Besonders im Bereich der Drogenprävention bestehe laut Peters großes Entwicklungspotenzial. Er fordert gezielte Investitionen, die langfristig auch Kosten sparen könnten.
Mit den beschlossenen und geplanten Maßnahmen geht Lüneburg einen Schritt in Richtung erweiterter sozialer Infrastruktur – für mehr Präsenz, Sicherheit und Unterstützung von marginalisierten Gruppen.
Quelle: Landszeitung Winsener Anzeiger