Die neue Fotoausstellung im Museum Lüneburg rückt persönliche Geschichten sichtbar Betroffener in den Mittelpunkt. Besucherinnen und Besucher erleben Bilder, die Verletzungen dokumentieren und zeigen, wie Tattoos den Narben heute eine neue Bedeutung geben. Die Schau präsentiert Arbeiten von acht Menschen, die ihr selbstverletzendes Verhalten überwunden haben. Eine dieser Personen ist die 31-jährige Jessica. Ihr Beitrag gehört zu den zentralen Elementen der Präsentation, die bis zum 22. Februar 2026 läuft.
Inhaltsverzeichnis:
- Jessica und das Museum Lüneburg
- Daniel Bluebird und Tätowierungen
- Projektteam und Auswahlprozess
- Unterstützung und Hilfsangebote
- Überwunden als langfristiges Projekt
Jessica und das Museum Lüneburg
Im Eingangsbereich hängt ein großformatiges Porträt, daneben zwei weitere Fotos ihres Unterarms. Das erste zeigt zahlreiche kleine Narben. Das zweite zeigt den Arm heute. Darauf befindet sich der tätowierte Kopf einer Kriegerin. Jessica begann mit 11 Jahren, sich zu verletzen. Sie berichtete dem NDR Niedersachsen wörtlich „Ich habe es zuerst mit einem Lineal und dann mit einer Schere probiert“. Auslöser war ein sexueller Missbrauch, für den sie sich selbst verantwortlich machte. Sie suchte später eine Therapie und wurde in der Psychiatrischen Klinik Lüneburg behandelt. Die Narben blieben und wurden schließlich Teil eines Tattoos.
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Eine thematisch passende Ergänzung bietet ein Überblick über weitere regionale Kulturinitiativen, wie die Sammlung von Erinnerungen im Museum Lüneburg.
Daniel Bluebird und Tätowierungen
Jessica ließ ihr Motiv von Daniel Bluebird stechen. Er arbeitet in Lüneburg und nimmt auch Kundinnen und Kunden mit empfindlichen Narben an. Das kostet mehr Zeit. Gleichzeitig hört er sich deren Biografien aufmerksam an. Laut ihm entstanden aus diesen Begegnungen erst ein Buch und anschließend die Ausstellung Überwunden. Die Tätowierungen sollen den Betroffenen helfen, einen optischen Schutz zu schaffen und einen Neuanfang sichtbar zu machen.
Projektteam und Auswahlprozess
Für das Projekt rief das fünfköpfige Team über das Internet zur Teilnahme auf und erhielt 120 Bewerbungen. Acht Personen wurden ausgewählt. Darunter befinden sich sieben Frauen und ein Mann. Alle machten eine Therapie. Die Psychiatrische Klinik Lüneburg begleitet das Rahmenprogramm mit Lesungen, Gesprächsabenden und Führungen. Chefärztin Vicki Richter betont, dass professionelle Hilfe entscheidend sei. Die Ausstellung zeigt Wege der Bewältigung und spricht viele Menschen an.kulturellen Sommer in Lüneburg.
Unterstützung und Hilfsangebote
Die Ausstellung informiert im Begleitmaterial über zentrale Notruf- und Beratungsstellen. Diese Hinweise können wichtig sein, wenn Besucherinnen und Besucher selbst in einer Krisensituation sind.
- Notruf 112 bei akuter Suizidgefahr
- Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111
- Kinder- und Jugendtelefon unter 0800 111 0 333 oder 116 111
- Regionale Krisendienste über die Deutsche Depressionshilfe
- Online-Beratung auf www.telefonseelsorge.de
- Bundesweite Hilfsstellen über die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
- Angebote der Deutschen Depressionsliga
- KISS für lokale Selbsthilfegruppen
Weitere Informationen zur regionalen Entwicklung bietet der Beitrag über Lüneburgs Stadtentwicklung.
Überwunden als langfristiges Projekt
Die Ausstellung im Museum Lüneburg bleibt mehrere Monate zugänglich. Sie zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Betroffene sichtbare Spuren ihrer Vergangenheit in etwas Neues verwandelt haben. Sie dokumentiert persönliche Wege der Stabilisierung und nutzt Kunst als Mittel zur Darstellung biografischer Prozesse. Dadurch entsteht ein Angebot, das informativ und sozial relevant ist.
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Quelle: NDR, WEBRIVAIG