Lüneburg – beliebter Drehort der Serie „Rote Rosen“
Lüneburg – beliebter Drehort der Serie „Rote Rosen“, Pixabay/Foto illustrativ

Die norddeutsche Hansestadt Lüneburg ist längst mehr als nur ein historisches Schmuckstück. Jedes Jahr reisen rund sieben Millionen Tagestouristen an, ein erheblicher Teil von ihnen wegen der beliebten Telenovela „Rote Rosen“. Seit fast zwei Jahrzehnten profitiert die Stadt von der Produktion, die hier ihren festen Drehort gefunden hat. Hotels, Restaurants und Bars verzeichnen dank der Serie steigende Gästezahlen.

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Lüneburg und die Telenovela „Rote Rosen“

Etwa 30 Prozent der Buchungsanfragen für Stadtführungen oder Übernachtungen stehen im Zusammenhang mit der Fernsehserie. Das bestätigt Melanie-Gitte Lansmann von der Lüneburg Marketing GmbH. Die Zahl ist bemerkenswert, denn sie zeigt den nachhaltigen Einfluss der Produktion auf den Tourismus. Jahr für Jahr kommen Millionen, um die bekannten Drehorte selbst zu erleben.

Produzent Jan Diepers betont die besondere Verbindung zwischen Stadt und Serie. Er sagt, dass „Rote Rosen“ ohne Lüneburg nicht in dieser Qualität existieren könnte. Die Stadt biete mit ihren historischen Gebäuden, engen Gassen und dem natürlichen Licht die ideale Kulisse. Für die neue Staffel wurden die Außenaufnahmen sogar verdoppelt, was die Attraktivität des Drehorts weiter steigert.

Stadtführungen mit Stars und Erinnerungsfotos

Eine besondere Form des Tourismus hat sich in den letzten Jahren etabliert: thematische Stadtführungen. Fans können bei „Rote Rosen“-Führungen originale Drehorte besuchen und gelegentlich auch Schauspieler treffen.

Ein Beispiel ist die 54-jährige Claudia Speit aus Paderborn. Sie nahm an einer Führung teil, bei der sie Serienstar Jan Stapelfeldt, bekannt als Julius Böttcher, traf. Das Selfie mit ihm wurde zum Höhepunkt ihres Aufenthalts.

Zu den beliebtesten Punkten der Tour gehören:

  1. Das Rathaus mit seiner bekannten Fassade
  2. Die Brausebrücke mit Blick auf die Ilmenau
  3. Das Café, das regelmäßig in der Serie zu sehen ist

Seit Sommer dieses Jahres gibt es auf der Brausebrücke einen offiziellen Fotospot. Vor dem großen „Rote Rosen“-Logo bilden sich regelmäßig Besuchergruppen, die den Moment festhalten möchten.

Altstadt als Kulisse und Einwohner als Komparsen

Täglich wird in der Altstadt eine neue Folge gedreht. Stadtführer Horst Mietzner berichtet, dass die Bewohner die Filmteams längst gewohnt sind. Oft müssen sie ihre Autos umparken, um Platz für die Dreharbeiten zu schaffen, doch die meisten nehmen es gelassen. Mietzner, selbst 85 Jahre alt, hat mehrfach als Komparse vor der Kamera gestanden. Zwar sei die Bezahlung gering gewesen, doch die Erfahrung im Filmgeschäft habe ihn begeistert.

Die Kulisse aus Backstein-Giebeln, Fachwerk und engen Gassen prägt das Stadtbild. Viele Zuschauer erkennen die Orte sofort wieder, wenn sie in der Serie auftauchen. Die Altstadt Lüneburgs ist so zu einem der bekanntesten Fernseh-Hintergründe Deutschlands geworden.

Tourismus aus dem In- und Ausland

Auch international wächst das Interesse. Der 65-jährige Thomas Paly reiste eigens mit dem Zug aus der Schweiz an, um die Drehorte seiner Lieblingssendung zu besuchen. Nach seinem Aufenthalt zog er ein klares Fazit: Lüneburg sei in der Realität noch schöner als im Fernsehen.

Neben Gästen aus Deutschland kommen laut Stadtverwaltung zunehmend Touristen aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Der Serienerfolg hat die kleine Stadt mit ihren rund 80.000 Einwohnern in den europäischen Fokus gerückt.

Die Verbindung zwischen Lüneburg und „Rote Rosen“ ist längst mehr als nur ein Drehortverhältnis. Sie ist ein wirtschaftlicher und kultureller Gewinn. Der Einfluss der Serie auf das Stadtbild, den Tourismus und das Gemeinschaftsgefühl ist deutlich sichtbar. Lüneburg bleibt das ideale Freilichtstudio – und ein lebendiges Symbol dafür, wie Fernsehen eine ganze Region prägen kann.

 Quelle: NDR, YouTube