Mehr als 200 Interessierte wollen in Niedersachsen über die Landarztquote Medizin studieren. Die Nachfrage bleibt hoch. 214 Bewerbungen gingen bis Ende Januar ein. Im Vorjahr waren es 204. Vergeben werden 60 Studienplätze.
Inhaltsverzeichnis
- Niedersachsen und Landarztquote 2024
- Matthias Berndt und Hausärzteverband Niedersachsen
- Bewerbungszahlen seit Einführung der Quote
Niedersachsen und Landarztquote 2024
Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums wurden bis zum Ablauf der Frist 214 Anträge registriert. Davon stammen mindestens 124 von Frauen und 77 von Männern. In 13 Fällen fehlte eine Angabe zum Geschlecht.
Im nächsten Schritt lädt das Land 120 Bewerberinnen und Bewerber zu Auswahlgesprächen ein. Am Ende erhalten 60 Personen einen Studienplatz über die Landarztquote.
Die Verteilung erfolgt auf mehrere Standorte. Zum Wintersemester gehen
- 18 Plätze an die Medizinische Hochschule Hannover
- 15 an die Universität Göttingen
- 12 an die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Weitere 15 Plätze folgen zum Sommersemester in Göttingen. Entwicklungen im Gesundheitswesen in Niedersachsen werden auch im Zusammenhang mit Modernisierungen im Klinikum Lüneburg beobachtet.
Matthias Berndt und Hausärzteverband Niedersachsen
Die Landarztquote ist Teil eines Zehn-Punkte-Plans der rot-grünen Landesregierung gegen den Ärztemangel auf dem Land. Wer einen Studienplatz erhält, verpflichtet sich nach dem Abschluss zu einer Tätigkeit als Hausärztin oder Hausarzt in einer unterversorgten Region. Diese Bindung gilt für 10 Jahre.
Bei Nichteinhaltung droht eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro.
Der Hausärzteverband Niedersachsen fordert eine Ausweitung. Landesvorsitzender Matthias Berndt spricht sich für eine Verdoppelung aus. Künftig sollen 120 statt 60 Plätze vergeben werden. Zudem regt der Verband an, dass Regionen mit besonders hohem Bedarf selbst Kandidatinnen und Kandidaten vorschlagen dürfen. Ähnliche Versorgungsfragen zeigen sich bei einem Rückgang von Hausbesuchen.
Bewerbungszahlen seit Einführung der Quote
Der aktuelle Durchgang ist der vierte seit Einführung des Modells. Erstmals endete die Bewerbungsfrist bereits Ende Januar. In den Vorjahren lief sie bis Ende Februar oder Ende März. Das Ministerium begründet den früheren Termin mit mehr Zeit für Organisation und Auswahlverfahren.
Die Zahlen im Überblick
| Jahr | Bewerbungen |
|---|---|
| 1. Jahr | 299 |
| 2. Jahr | 278 |
| 2023 | 204 |
| 2024 | 214 |
In den ersten beiden Jahren lag die Nachfrage deutlich höher. Seitdem pendelt sie sich bei etwas über 200 ein. Trotz rückläufiger Spitzenwerte bleibt das Interesse stabil. Weitere landesweite Entwicklungen finden sich in den News.
Weitere Informationen bietet das niedersächsische Gesundheitsministerium unter https://www.ms.niedersachsen.de.
FAQ
Wie viele Bewerbungen gingen für die Landarztquote in Niedersachsen ein?
Bis Ende Januar wurden 214 Bewerbungen beim niedersächsischen Gesundheitsministerium registriert.
Wie viele Studienplätze werden über die Landarztquote vergeben?
Insgesamt werden 60 Studienplätze vergeben, davon 45 zum Wintersemester und 15 zum Sommersemester.
Wie verteilen sich die Studienplätze auf die Universitäten?
Zum Wintersemester entfallen 18 Plätze auf die Medizinische Hochschule Hannover, 15 auf die Universität Göttingen und 12 auf die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Weitere 15 Plätze werden im Sommersemester in Göttingen vergeben.
Welche Verpflichtung gehen Studierende über die Landarztquote ein?
Absolventinnen und Absolventen verpflichten sich, nach dem Studium zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten.
Welche Strafe droht bei Nichteinhaltung der Verpflichtung?
Wer die vertraglich vereinbarte Tätigkeit nicht aufnimmt oder vorzeitig beendet, muss mit einer Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro rechnen.
Was fordert der Hausärzteverband Niedersachsen?
Der Verband fordert eine Verdoppelung der verfügbaren Studienplätze auf 120 und schlägt vor, dass besonders betroffene Regionen selbst geeignete Kandidatinnen und Kandidaten vorschlagen dürfen.
Quelle: NDR