Hohe Temperaturen erhöhen das Brandrisiko
Hohe Temperaturen erhöhen das Brandrisiko, pixabay/Foto illustrativ

Mehrere Regionen in Niedersachsen verzeichnen aktuell eine stark erhöhte Waldbrandgefahr. Ursache ist eine anhaltende Hitzewelle, die in den kommenden Tagen Temperaturen von bis zu 36 Grad im Süden des Bundeslandes bringen soll. Trotz zahlreicher Regentage im Juli sind die Böden vieler Wälder ausgetrocknet.

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Hohe Gefahr in Lüchow, Celle und weiteren Orten

Der Deutsche Wetterdienst meldet für Mittwoch an acht Messstationen die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe 4. Betroffen sind unter anderem:

  1. Lüchow
  2. Faßberg
  3. Bergen
  4. Wittingen-Vorhop
  5. Celle
  6. Belm
  7. Bad Harzburg

In Celle ist die Gefahrenstufe 4 bereits erreicht worden, erklärte Knut Sierk, Leiter der Waldbrandzentrale in Lüneburg. Laut ihm ist der Juli-Regen nicht tief genug in den Boden eingedrungen. Unter der oberen Humusschicht sei der Mineralboden weiterhin trocken.

Trockene Frühjahrsmonate verschärfen Situation

Bereits das Frühjahr war in Niedersachsen ungewöhnlich trocken. Seit März ist die Waldbrandzentrale nahezu ununterbrochen im Einsatz, so Sierk. Ab Stufe 3 muss Forstpersonal in den betroffenen Gebieten vor Ort sein. In diesem Jahr gab es so viele Einsatztage wie noch nie zuvor.

Die trockenen Böden erhöhen das Risiko zusätzlich. Besonders in Regionen mit sandigen Böden kann Feuchtigkeit nicht lange gespeichert werden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für Brände auch nach kurzen Trockenphasen.

Strenge Verbote und Kontrollen

Nach dem niedersächsischen Waldgesetz gilt bis zum 31. Oktober ein Verbot für offenes Feuer in Wäldern, Mooren und Heiden. Rauchen ist in diesen Gebieten strikt untersagt. Die Landesforsten weisen darauf hin, dass menschliches Fehlverhalten die Hauptursache für Brände ist. Waldbesucherinnen und -besucher werden aufgefordert, bei Rauchentwicklung sofort die Feuerwehr zu verständigen.

Die Einhaltung der Vorschriften wird verstärkt kontrolliert. Wer gegen die Regeln verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Fahrplanänderungen bei den Harzer Schmalspurbahnen

Seit dem 1. Mai fahren die kohlebetriebenen Dampflokomotiven der Harzer Schmalspurbahnen bei Warnstufe 4 nicht mehr bis zum Brocken. Die Züge halten stattdessen in Drei Annen Hohne in Sachsen-Anhalt, um Funkenflug zu vermeiden. Dieselloks übernehmen dann die Weiterfahrt auf den höchsten Gipfel des Harzes.

Zudem wurden die Strafen für Rauchen in Zügen und an Bahnsteigen erhöht. Ziel ist es, das Brandrisiko entlang der Bahnstrecke zu minimieren und den Waldschutz zu gewährleisten.

Quelle: NDR