Geplantes Energiepark-Gelände in Gorleben
Geplantes Energiepark-Gelände in Gorleben, Pixabay/Foto illustrativ

Die ehemalige Erkundungsgrube in Gorleben wird schrittweise zurückgebaut. Nun haben die Samtgemeinde Gartow und die Gemeinde Gorleben erste Konzepte für die Nachnutzung des Geländes präsentiert. Im Mittelpunkt steht die Idee, dort einen Energiepark zu entwickeln, der auf erneuerbare Technologien setzt.

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Pläne von Gartow und Gorleben

Das Areal umfasst 659 Hektar, was rund 923 Fußballfeldern entspricht. Eigentümerin ist die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen. Hinter ihr stehen vier Energiekonzerne, darunter RWE und Vattenfall. Laut den Gemeinden hat die Gesellschaft jedoch kein Interesse, die Flächen nach dem Rückbau weiterhin selbst zu nutzen. Die Kommunen sehen darin eine Möglichkeit, die Region ökologisch und wirtschaftlich voranzubringen.

Christian Järnecke und die Kostenfrage

Für die Umsetzung hat der Landkreis Lüchow-Dannenberg bereits einen Entwurf für ein Vorranggebiet der Windkraft vorgelegt. Dieses umfasst Flächen, die speziell für den Ausbau von Windenergie reserviert sind. Samtgemeindebürgermeister Christian Järnecke (CDU) erklärte, dass der Bund die Kosten für die Entsorgung von Altlasten übernehmen solle. Dafür würde die Gesellschaft die Flächen an die Gemeinden abtreten. Derzeit laufen dazu Gespräche. Mitte des kommenden Jahres wird mit einer Entscheidung gerechnet. Laut Järnecke handelt es sich bei den Altlasten nicht um radioaktive Stoffe.

Energiepark mit Wasserstoff und Geothermie

Die Gemeinden betonen drei zentrale Elemente für das Vorhaben:

  1. Speicherung von grünem Wasserstoff
  2. Nutzung von Tiefengeothermie
  3. Aufbau eines regionalen Fernwärmenetzes, gespeist durch Windkraft und Photovoltaik

Damit sollen nachhaltige Strukturen entstehen, die langfristig zur Versorgungssicherheit und wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.

Lagerung der Castor-Behälter in Gorleben

Parallel dazu bleibt das Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle ein Thema. Nach Angaben der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung befinden sich dort 113 Castor-Behälter. Neue Transporte wird es nicht geben, doch die vorhandenen Behälter müssen noch Jahrzehnte gelagert werden. Die aktuelle Genehmigung läuft 2034 aus. Die Gesellschaft will im kommenden Jahr einen Antrag auf Verlängerung stellen, da die Suche nach einem bundesweiten Endlager weiterhin viele Jahre dauern wird.

 Quelle: NDR